Bevor wir nach Potenzial, Heilung oder Sinn suchen, dürfen wir den Raum entdecken, in dem nichts von uns verlangt wird. Sogar das Suchen darf dort Pause machen. Es war ohnehin schon lange unterwegs.
„Alles, was der Mensch lassen kann, das lässt Gott in ihm wirken.“
Meister Eckhart
Es gibt einen Raum, der dem Menschen vorausgeht. Er ist nicht fern. Nicht verborgen. Nicht schwer zu finden.
Er liegt unter dem Lärm des Wollens, unter dem Drängen, unter dem inneren Antreiben, das sagt, man müsse noch etwas werden.
Dieser Raum ist da, bevor wir beginnen zu suchen.
Wenn das Ziehen endet
Viele Menschen haben viel versucht. Wege gegangen. Methoden gelernt. Sich selbst hinterfragt, verbessert, erneuert.
Und irgendwann stellt sich eine stille Müdigkeit ein. Nicht die Müdigkeit des Körpers, sondern die des Herzens.
Eine Müdigkeit vom Ziehen am eigenen Leben. In diesem Moment beginnt etwas anderes möglich zu werden.
Nicht durch Tun. Nicht durch Verstehen. Sondern durch Innehalten.
Der heilige Raum
Es gibt einen Raum, in dem nichts gefordert ist. Kein Ziel. Kein Wachstum. Keine Heilung. Keine Vision. Nicht, weil all das falsch wäre,
sondern weil es hier nicht gebraucht wird. Dieser Raum muss nicht hergestellt werden. Er ist bereits da. Man kann ihn nur betreten.
Und wenn er betreten wird, verändert sich etwas Grundlegendes.
Der Atem wird weiter. Der Körper wird stiller. Gedanken verlieren ihre Dringlichkeit.
Nicht, weil Probleme verschwinden, sondern weil sie nicht mehr getragen werden müssen.
Vom Boden her
Alles, was lebt, wächst aus dem Boden. Kein Samen fragt nach seiner Bestimmung.
Keine Pflanze zieht an sich selbst. Sie wächst, weil der Boden nährend ist, weil Zeit da ist, weil Raum da ist.
So ist es auch mit dem Menschen. Wenn der innere Boden ruhig wird, wenn nichts mehr beschleunigt, wenn kein Druck mehr wirkt,
beginnt etwas ganz Natürliches:
- Wachstum
- Heilung
- Klarheit
- Richtung
Nicht als Aufgabe. Nicht als Ziel. Sondern als Folge.
Der Tod als Erinnerung
Besonders deutlich wird dieser Raum im Angesicht von Endlichkeit.
Der Tod duldet kein Konzept. Er lässt keine Ablenkung zu. Er zieht alles ab, was nicht trägt.
Und gerade darin öffnet sich etwas Unerwartetes. Frieden. Nicht als Gefühl, sondern als Grund.
Wenn nichts mehr verlangt wird, wenn nichts mehr werden muss, tritt dieser Grund frei.
Der Tod erinnert uns nicht an das Ende. Er erinnert uns an den Boden, auf dem wir immer schon standen.
Den Raum wirken lassen
Der heilige Raum will nicht benutzt werden. Er will nicht erklärt werden. Er will nicht kontrolliert werden.
Er wirkt von selbst, wenn wir ihn lassen. In diesem Raum geschieht der Zauber nicht durch Tun, sondern durch Dasein.
Der Zauber, dass sich Dinge ordnen, ohne gemacht zu werden.
Dass Nähe entsteht, ohne gesucht zu werden.
Dass Wahrheit spürbar wird, ohne benannt zu werden.
Eine Einladung
Vielleicht hast du vieles ausprobiert. Vielleicht bist du müde vom Suchen und vom ständigen An-sich-Arbeiten.
Dann lade ich dich ein, einen Raum zu betreten, der nichts von dir erwartet.
Einen Raum, der nicht gemacht werden muss, sondern entdeckt werden kann - ganz natürlich, frei von jeglichem Druck.
Du musst nichts erreichen. Nichts verstehen. Nichts verändern.
Du darfst da sein und diesen Raum wirken lassen.
In diesem Raum wirkt der Zauber ganz von selbst.
Alles, was wachsen möchte, findet dort seinen eigenen Weg.
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